Herpes genitalis: Ursachen, Symptome und Behandlung

  15. Januar 2025

Herpes genitalis ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Diese Krankheit wird durch das Herpes-simplex-Virus (HSV) verursacht und kann sowohl physisch als auch psychisch belastend sein.

Ursachen
Herpes genitalis wird durch zwei Typen des Herpes-simplex-Virus ausgelöst:

  1. HSV-1: Dieser Typ ist hauptsächlich für Lippenherpes verantwortlich, kann jedoch durch oralen Kontakt auch den Genitalbereich infizieren.
  2. HSV-2: Dieser Typ ist der Hauptverursacher von Herpes genitalis und wird überwiegend durch sexuellen Kontakt übertragen.

Die Übertragung erfolgt durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt mit einer infizierten Person, insbesondere wenn diese aktive Bläschen oder Hautveränderungen hat. Auch asymptomatische Personen können das Virus übertragen, das nennt man dann Shedding.

Wiederkehrende (rezidivierende) Herpes-simplex-Infektion

  • Herpes simplex tritt oft trotz Behandlung wiederkehrend auf, zumeist an derselben Stelle.
  • Auslöser: Stress, Sonnenlicht, Grippe, Menstruation, Alkoholeinfluss oder andere belastende Faktoren.
  • Es gibt zwei Herpesvirustypen (Typ 1 und Typ 2). Beide können genital auftreten. Eine Infektion mit Typ-1-Herpes-simplex-Viren tritt
  • HSV-Typ-1 (Lippenherpes) tritt vor allem bei jungen Frauen und Männer auf, da es durch Küssen übertragen wird. Die Häufigkeit der Typ-2-Infektion (Herpes genitalis, Intimherpes) steigt mit zunehmendem Alter und Anzahl von Sexualpartnern.

Symptome
Die Symptome von Herpes genitalis variieren stark und reichen von asymptomatischen Verläufen bis hin zu schmerzhaften Ausbrüchen.

Beschwerden

  • Leitsymptom: Schmerzhafte genitale Läsionen in Form von Bläschen, die dann wie eine Schürfwunde abheilen.
  • Erstinfektion: Vielseitiges Erscheinungsbild mit schmerzhaften Läsionen, Lymphknotenschwellungen, erschwertem Wasserlassen, Fieber, Unbehagen und Kopfschmerzen. Bei auftreten von diesen Symptomen müssen Sie Hilfe suchen bei einem Arzt/Ärztin, da eine Generalisierung im Zuge einer Hirnhautentzündung als Komplikation auftreten kann. Es müssen dann intravenöse Medikamente gegeben werden.
  • Wiederkehrende Infektionen: Milder verlaufende Symptome, weniger Bläschen, verändertes Aussehen der Läsionen, oft nach einigen Tagen nur selbstlimitierend.
  • Asymptomatische Infektion: Möglichkeit der Übertragung ohne sichtbare Beschwerden. Shedding.

Diagnostik
Die Diagnose erfolgt üblicherweise durch:

  • Klinische Untersuchung: Erkennung der charakteristischen Bläschen und Geschwüre.
  • Labortests: PCR-Tests im Abstrich zur Bestätigung der Virus-DNA oder Serologietests zur Identifikation von HSV-Antikörpern.
  • Viruskultur: Entnahme einer Probe aus den Bläschen zur Analyse.

Therapie
Herpes genitalis ist derzeit nicht heilbar, da die Viren in den Spinalganglien im Rückenmark ruhen und nur bei Provokation immer wieder eine Infektion verursachen können. Jedoch lindern antivirale Medikamente die Symptome und verkürzen die Dauer der Ausbrüche:

  • Akuttherapie: Medikamente wie Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir helfen, die Symptome während eines Ausbruchs zu kontrollieren.
    • 200 mg Aciclovir 5x tgl.
    • Valaciclovir 500 mg 2x tgl.
  • Dauertherapie (Suppressive Therapie): Tägliche Einnahme antiviraler Medikamente wie:
    • Aciclovir 400 mg zweimal täglich
    • Famciclovir 250 mg zweimal täglich
    • Valaciclovir 500 mg einmal täglich Diese Therapie ist besonders geeignet für Patientinnen mit häufig wiederkehrenden Infektionen und Sexualpartnerinnen ohne Herpesinfektion.
  • Therapie bei Bedarf: Beginn der Behandlung innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der Symptome (episodische Therapie) kann Beschwerden deutlich verringern.
  • Keine Therapie: Eine Option für Patient*innen mit wenigen oder keinen Symptomen.

Die antivirale Therapie beseitigt das Virus nicht, lindert jedoch die Symptome und verringert die Ansteckungsgefahr bei Sexualpartner*innen.

Prävention

  • Safer Sex: Verwendung von Kondomen kann das Ansteckungsrisiko verringern, jedoch nicht vollständig ausschließen.
  • Vermeidung von Hautkontakt: Insbesondere bei sichtbaren Bläschen sollte direkter Kontakt vermieden werden.
  • Informierte Partner: Ehrliche Kommunikation mit Sexualpartnern über den Infektionsstatus.
  • Verzicht auf Geschlechtsverkehr: Bei Beschwerden oder Bläschen sollte sexuelle Aktivitat vermieden werden.

Psychologische Aspekte
Die Diagnose Herpes genitalis kann emotional belastend sein und zu Gefühlen von Scham, Schuld oder Angst vor Zurückweisung führen. Es ist wichtig mit eurer Ärztin/ eurem Arzt darüber zu sprechen und Reservemedikation sowie Infos einzuholen, damit ihr vorbereitet seit, falls sich ein Ausbruch anbahnt und wisst wie ihr euch verhlaten müsst.

Fazit
Herpes genitalis ist eine weit verbreitete Erkrankung, die durch gezielte Behandlung und vorbeugende Maßnahmen gut kontrolliert werden kann. Die Aufklärung über Übertragungswege und Prävention spielt eine zentrale Rolle, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und den betroffenen Frauen unter anderem Mut zu machen ein normales Sexualleben zu führen.

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