Mein Baby liegt "falsch"
„Wie liegt mein Kind gerade?“
„Muss es jetzt schon richtig liegen?“
„Was passiert, wenn es sich nicht mehr dreht?“
Diese Fragen sind normal. Die Lage des Kindes beschäftigt viele werdende Eltern – und oft sorgt sie auch für Unsicherheit. Im Folgenden finden Sie eine kleine Übersicht über die verschiedenen Wochen der Schwangerschaft und den Einfluss der kindlichen Lage.
Die ersten Monate: Viel Platz
In den ersten Schwangerschaftswochen und -monaten spielt die Lage des Kindes praktisch keine Rolle. Ihr Baby ist noch sehr klein und hat viel Platz in der Gebärmutter.
Bis etwa zur 20. Schwangerschaftswoche ist es völlig normal, dass sich Ihr Kind sehr häufig dreht – die Lage des Kindes kann sich auch mehrmals am Tag ändern. Viele Frauen spüren diese Bewegungen noch gar nicht oder nur ganz zart.
Mitte der Schwangerschaft: Das Kind wird kräftiger
Zwischen der 20. und 28. Schwangerschaftswoche wird Ihr Baby kräftiger. Sie spüren die Bewegungen deutlicher, manchmal auch sehr lebhaft. Auch jetzt wechselt die Lage noch oft.
Das Kind kann mit dem Kopf nach unten liegen (Schädellage), mit dem Po nach unten (Beckenendlage) oder aber auch quer oder schräg im Bauch liegen (Quer- oder Schräglage). All das ist in dieser Phase völlig normal. Die Gebärmutter wächst weiter und es ist noch genug Platz für Drehungen vorhanden.
Das letzte Drittel: Langsam wird es enger
Ab etwa der 28. bis 32. Schwangerschaftswoche wird der Platz langsam knapper. Viele Kinder beginnen nun, sich in eine bevorzugte Lage zu begeben. Bei den meisten ist das die Schädellage.
Auch wenn Ihr Baby jetzt noch mit dem Po nach unten liegt, ist das noch kein Grund zur Sorge. Viele Kinder drehen sich auch danach noch ganz von selbst.
Ab der 32.–34. Woche: Die Lage wird wichtiger
Ab etwa der 32. bis 34. Schwangerschaftswoche schauen wir Frauenärztinnen genauer hin. Jetzt wird es für das Kind zunehmend schwieriger, grosse Drehungen zu machen. Die Mehrheit der Babys liegt nun mit dem Kopf nach unten – das ist die günstigste Lage für eine vaginale Geburt.
Liegt Ihr Kind jetzt noch in Beckenendlage, ist das noch immer kein Drama. Ein Teil der Kinder dreht sich auch in den folgenden Wochen noch spontan.
Ab der 36. Woche: Vorbereitung auf die Geburt
Ab der 36. Schwangerschaftswoche bleibt die Lage meist stabil. Viele Kinder drehen sich jetzt nicht mehr oder nur noch sehr selten. Wenn Ihr Baby nun mit dem Kopf nach unten liegt, ist das aus geburtshilflicher Sicht ideal.
Was bedeutet „falsch liegen“?
Ihr Kind liegt nie „falsch“, sondern einfach anders. Liegt das Kind in Beckenendlage oder Querlage, ist das keine Schuld der Mutter. Die Lage hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Form der Gebärmutter, der Lage der Plazenta oder der Länge der Nabelschnur.
Was kann ich tun, wenn mein Kind in Beckenendlage liegt?
Eine Beckenendlage oder eine Querlage bedeutet nicht automatisch einen Kaiserschnitt. Viele Frauen möchten aktiv etwas tun, um die Lage zu beeinflussen. Das ist verständlich, und es gibt sanfte Massnahmen, die man ausprobieren kann, solange die Schwangerschaft unauffällig verläuft.
Dazu gehören zum Beispiel ein leicht erhöhtes Lagern des Beckens, Bewegung oder Spaziergänge, Wärme am Unterbauch und Kälte am oberen Bauchbereich sowie Entspannungsübungen. Auch Akupunktur oder Moxibustion kann ausprobiert werden.
Der Versuch einer äusseren Wendung des Babys durch eine erfahrene Ärztin oder einen erfahrenen Arzt kann unter gewissen Bedingungen ebenfalls durchgeführt werden.
Wichtig ist: Nichts davon garantiert eine Drehung, und das ist auch in Ordnung. In den allermeisten Fällen findet Ihr Kind ganz von selbst die richtige Position für seine Geburt. Und auch wenn es anders liegt, gibt es sichere und gute Möglichkeiten, die Geburt individuell und verantwortungsvoll zu begleiten.
Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre betreuende Ärztin.